KBA bestätigt illegale Abschalteinrichtungen bei Wohnmobilen

Veröffentlicht am 
5.5.2021
Wohnmobil

Im April 2021 hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eigene Abgasmessungen veröffentlicht, welche es an Wohnmobilen mit Fiat Ducato Motor vorgenommen hat (hier geht es zu den Ergebnissen). Dabei hat die DUH "massive Grenzüberschreitungen" der Abgasnormen, vor allem bei giftigen Stickoxiden festgestellt und das Kraftfahrtbundesamt über die Ergebnisse informiert. In einer Antwort vom 05.05.2021 an die DUH bestätigt nun auch KBA-Präsident Richard Damm, dass auch KBA-eigene Messungen zu den gleichen Ergebnissen kommen. Wörtlich heißt es: "Zu den Erkenntnissen bei Wohnmobilen kann ich Ihnen vorab mitteilen, dass auch in eigenen Untersuchungen durch das Kraftfahrt-Bundesamt bei einigen Wohnmobilen hohe Stickoxidemissionen aufgrund von Unzulässigkeiten festgestellt wurden". Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang, dass das KBA von "Unzulässigkeiten" spricht und die Fiat Abschalteinrichtungen damit - zwar verklausuliert, aber ausreichend eindeutig - als illegal bezeichnet.

Weiter heißt es in dem Schreiben, dass das KBA bereits Schritte prüft, damit die "Unzulässigkeiten" in den Fahrzeugen entfernt werden. Es ist also davon auszugehen, dass Rückrufe und Nachrüstungen der betroffenen Fiat Ducato in absehbarer Zeit anstehen.

Für Bundesgeschäftsführer der DUH, Andreas Rasch, ist der Wohnmobil Diesel-Skandal bisweilen auch ein Behördenversagen zulasten der betroffenen Verbraucher. Er sagte: „Nach wie vor verschließen die Zulassungsbehörden ebenso wie Verkehrsminister Scheuer die Augen vor dem offensichtlichen Betrug an Fahrzeughaltern und der Umwelt. Diese ansonsten hochwertigen und langlebigen Fahrzeuge haben für die Halter gerade in Pandemiezeiten einen besonders hohen Wert. Minister Scheuer lässt sie im Dieselabgas stehen und ist dafür verantwortlich, dass gerade die an einer intakten Natur interessierten Wohnmobilnutzer unverschuldet mit den schmutzigsten Abgas-Schleudern fahren und so die Atemluft und Natur gerade auch in den Urlaubsregionen verpesten“.

Rechtsanwalt Jannis Staudt hofft, dass das Schreiben des KBA nun endlich auch konkrete Schritte nach sich ziehen wird. „Eigentümer von Wohnmobilen sind derzeit sehr verunsichert. Es ist höchste Zeit, dass die Behörden einen klaren Fahrplan zu den Rückrufen und Nachrüstungen vorlegen, um schlimmere Folgen zu vermeiden. Davon unabhängig sollten Betroffene anwaltlichen Rat einholen und eine Klage in Betracht ziehen."

ts

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